Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Handball-EM den großen Coup verpasst: Im Finale unterlag die DHB-Auswahl dem Top-Favoriten und Gastgeber Dänemark mit 27:34 (16:18). Zwei deutsche Spieler wurden dabei vorzeitig zum Duschen geschickt.
Eine gewichtige Frage war vor dem Finale: Bekommen die Dänen ihre Nerven in den Griff? Der viermalige Weltmeister, der diese Titel seit 2019 am Stück eingesammelt hat, wartete schließlich seit 2012 auf seinen dritten EM-Titel. Beim letzten Heimspiel 2014 war Dänemark gegen Frankreich unter die Räder gekommen. Kiesler, der die Partien gegen Frankreich und Kroatien krankheitsbedingt verpasst hatte, holte sich gegen den dänischen Superstar Mathias Gidsel zwei frühe Zwei-Minuten-Strafen ab. Speziell die zweite hatte Folgen: Die Unparteiischen aus Montenegro entschieden nach Ansicht der Videobilder auf eine Rote Karte (14.).
In dieser Phase drohte Dänemark zu enteilen, zog auf zwischenzeitlich drei Tore davon (10:7, 15.). Speziell Simon Pytlick (sechs Tore bis zur Pause) und Gidsel (drei Treffer), die spätestens ab 2027 gemeinsam in Berlin spielen werden, waren die entscheidenden Faktoren im dänischen Spiel.
Dänemark: Nielsen (7 Paraden, davon 1 Siebenmeter), Kevin Möller (8 Paraden); Pytlick 8, Gidsel 7, Hansen 7/4, Arnoldsen 5, Jakobsen 3, Kirkelökke 2, Hoxer 1, Saugstrup 1, Landin, Lauge, Andersson, Mensah, Lasse Möller, Svane
Deutschland: Wolff (14 Paraden), Späth; Golla 5, Knorr 5, Grgic 5, Köster 4, Lichtlein 2/1, Zerbe 2, Uscins 2, Mertens 1, Semper 1, Dahmke, Schluroff, Langhoff, Kohlbacher, Kiesler
Schiedsrichter: Ivan Pavicevic / Milos Raznatovic (Montenegro)
Strafminuten: 6 – 10
Disqualifikation: – / Kiesler (14.), Kohlbacher (57.)
Zuschauer: 15.000 (Herning, ausverkauft)
Text und Statistik: Kicker
Foto: Sascha Klahn

